Adolf Klöver ist amtierender Europameister. Der Kunstspringer hat dank seines Sports die Welt gesehen. Jetzt trainiert er für die WM in Schweden und die Kölner Gay Games im Sommer. Angst vor Kopfsprüngen, Schrauben und Salti hat er nicht – trotz seiner 85 Jahre.
Bei drei Metern ist Schluss. Wenn Adolf Klöver auf dem Brett steht und wippt, darf er machen, was er will. Doch auf den Türmen in fünf oder zehn Meter Höhe will ihn seine Trainerin nicht sehen. „Sie hat mir das Turmspringen verboten. Ich glaube sie hat Angst, dass ich einen Bauchplatscher mache“, vermutet Klöver. Die Sorge ist verständlich, denn Klöver hat neulich seinen 85. Geburtstag gefeiert. In seinem Alter haben andere längst den Führerschein abgegeben und gehen höchstens noch zum Wassertreten ins Schwimmbad.
Auf seine Trainerin hört Adolf Klöver eher selten. „Natürlich springe ich auch schon mal von ganz oben. Salti mache ich meistens für mich alleine“, sagt er und lächelt. Wenn er in seinem Haus in Bonn die Jacke an die Garderobe hängt, klimpert es. Überall hängen Medaillen an den Kleiderhaken. Der Wohnzimmerschrank ähnelt der Vitrine eines Sportmuseums. Besonders stolz ist Klöver auf seine Goldmedaille, die er 2009 bei den Europameisterschaften in Sevilla ersprungen hat. Es gibt wenige Länder, in denen Klöver noch nicht kopfüber baden gegangen ist und dafür Höchstnoten erhalten hat. „Ich bin froh, rauszukommen. So lerne ich die Welt kennen – und viele nette Menschen“, sagt der Kunstspringer.
Die Gay Games in Köln sollen ein Heimspiel werden für Adolf Klöver. Er trainiert regelmäßig im Leistungszentrum der Sporthochschule. Dort werden auch die Wettkämpfe bei den Kölner Gay Games ausgetragen. „Ideale Bedingungen“, sagt Klöver, der dort vor etwa 20 Jahren eher zufällig mit dem Kunstspringen begonnen hat. „Ein Bademeister hat mich gefragt, ob ich nicht mal springen will“, erzählt er. Damals war er schon Rentner und hatte vom Kunstspringen keine Ahnung. Die Zeiten haben sich geändert.
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