GalaKonzert war kulturelles Highlight der Kölner Gay Games
Das große Gala Konzert der VIII. Gay Games Cologne 2010 lockte am Donnerstagabend (05.08.) mehr als 800 ZuschauerInnen in die Hochschule für Musik und Tanz Köln. Zusammen mit Hunderten von MusikerInnen und SängerInnen bildete das begeisterte Publikum eine beeindruckende Kulisse für das kulturelle Highlight der Kölner Gay Games.
Unter der Regie von Sten Kuth und mit der locker-witzigen Moderation von Helena Marion Scholz und Malte Fuhrer begann ein wunderbares Programm, das man mit „Köln meets Amerika“ beschreiben könnte.
Die „Stimmfusion Köln“, der Zusammenschluss der neun Kölner schwul-lesbischen Chöre mit mehr als 100 Stimmen, startete mit einem „Colonia Chorale“, einem von Steve Nobles arrangierten und neu getexteten „Candide“ von Leonhard Bernstein. Nobles zeichnete auch noch für andere Arrangements dieses Abends verantwortlich und war maßgeblich an der Koordination der internationalen MusikerInnen beteiligt. Die „Good Vibrations“ der BeachBoys schlossen sich an, ebenso das Rio-Reiser-Stück „Junimond“. Zur Melodie von „Rum and Coca Cola“ gab es einen deutschen Text über die „Gay Games 2010“.
Das eigens für die Kölner Gay Games zusammengestellte Gay Games Orchester mit MusikerInnen der Rainbow Symphony Orchester aus Paris und Köln begann seinen Vortrag mit Henry Mancinis „Moon River“. Der ebenso neu firmierte FestivalChor der Gay Games sang den „Gefangenenchor“ aus Verdis „Nabucco“. Der Kölsche Ostermann-Klassiker „Heimweh noh Kölle“ und der Titel „Something Inside So Strong“ gingen ins Ohr und ins Herz.
FestivalChor und „Stimmfusion“ gaben danach ein von Steve Nobles arrangiertes „Somewhere“-Medley mit den Stücken „Somewhere Out There“ und „Somewhere Over The Rainbow“ zum Besten. Als Solisten traten die bezaubernde Mezzosopranistin Elena Knapp, die schon bei der Eröffnungsfeier geglänzt hatte, und Dennis LeGree auf. Beide sind bekannte Größen in der Opern- und Musicalszene. Den Abschluss des ersten Konzertteils bildete das hinreißende „The Voice Inside“ von Graham Bushnell (Text) und John Dawkins (Musik).
Nach der Pause hatte das „Team Band“ seinen großen Auftritt. Das US-amerikanische Bläserorchester wurde anlässlich der ersten Gay Games in den 1980er Jahren gegründet und gestaltet seither alle Gay Games musikalisch mit. Dirigent Nolan Dresden betitelte den Beitrag seiner „Symphonic Band“ mit „Unbounded Rhythms: World Music of Life, Love and Dance“. Mit der Ouvertüre der „Fledermaus“ von Johann Strauss ging es stimmungsvoll-schunkelnd los. Beim „Dance of the New World“ von Dana Wilson kamen die zahlreichen PercussionistInnen mit ihren noch zahlreicheren Instrumenten zum Einsatz. Eher für amerikanische Ohren waren die Stücke der „Team Band“, etwa die „Second Suite in F for Military Band“ von Gustav Holst. Das internationale Publikum war dennoch begeistert von der Leistung der LaienmusikerInnen.
Nach einem komödiantischen Intermezzo des auferstandenen Kölner Originals Trude Herr alias Sophie Russel spielte „Team Band“ ein Medley mit Hits der Kölner Gruppe „Black Fööß“. Die Rheinländer im Saal gingen enthusiastisch mit. Das große Finale mit allen TeilnehmerInnen gab es dann zu „Do bess die Stadt“, einer weiteren Kölschen Hymne (im Original „Highland Cathedral“).
Das Gay Games Kulturpublikum – darunter der Kulturdezernent der Stadt Köln, Professor Georg Quander – umjubelten die Hunderten Akteure und spendeten Standing Ovations. Nach einem fast vierstündigen Programm bedankten sich die SängerInnen schließlich mit „Thank You For The Music“ von ABBA. Diesen Dank gaben die ZuhörerInnen gerne zurück.
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