Ein italienischer Frühlingsmorgen in Köln – 300 Jahre Eau de Cologne
Als die Franzosen Ende des 18. Jahrhunderts Köln und das Rheinland besetzten, brachten sie umwälzende Verwaltungsreformen in die politisch verkrustete Stadt. So wurde das Adress-System derart verändert, dass alle Häuser in Köln durchnummeriert wurden. Ein Haus in der Glockengasse erhielt nun die durchlaufende Nummer 4711. Diese Hausnummer war der Ursprung für eine Marke, die weit über Köln hinaus Berühmtheit erlangt hat. In diesem Haus wurde Parfüm hergestellt, das als Kölnisch Wasser oder Eau de Cologne weltweit ein Begriff ist. Wer hat’s erfunden? Der Werbespruch einer Schweizer Kräuterbonbon-Firma könnte auch hier eingesetzt werden. Ein Italiener war’s, der mit der Glockengasse nichts zu tun hat: Giovanni (Johann) Maria Farina, 1685 im Piemont geboren. „Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen“ beschrieb Farina seine 1709 in Köln entwickelte Essenz. Orangen, Pampelmusen, Zitronen, Bergamotte, Zedernholz, Limette und italienische Blüten und Kräuter werden dafür verwendet. Innerhalb kürzester zeit wurde ihm seine Erfindung regelrecht aus den Händen gerissen. Das Stammhaus ist heute ein viel besuchtes Museum schräg gegenüber dem Wallraf-Richartz-Museum in der Kölner Altstadt. Der hoch geehrte Farina starb 1766 in Köln und wurde auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt.
