Bettina Böttinger
Die gebürtige Düsseldorferin machte sich als Moderatorin der TV-Sendungen „B. trifft“, „Böttinger“ und „west.art“ einen Namen. Mit ihrer 1994 gegründeten Firma „encanto GmbH“ produziert sie sowohl „B. trifft“ und „Böttinger“ als auch die Tier-Doku-Soaps „Ein Heim für alle Felle“, „Ein Doc für alle Felle“ und „Pinguin, Löwe & Co.“. Sie engagiert sich unter anderem für die AIDS-Hilfe und die Frauenrechts-
organisation „medica mondiale“.
games cologne: Warum engagierst Du dich als Botschafterin bei den VIII. Gay Games Cologne 2010?
Bettina Böttinger: Das hat verschiedene Gründe. Zum ersten bin ich trotz Düsseldorfer Wurzeln im Herzen eine echte Kölnerin und unheimlich stolz darauf, dass unsere Stadt Gastgeber sein darf. Ich weiß, dass sich viele ehrenamtliche HelferInnen ein Bein ausreißen, damit diese Veranstaltung ein gelungenes Sportfest wird. Und wenn ich einen kleinen Beitrag leisten kann, tue ich das gerne. Außerdem bin ich selber Freizeit-Sportlerin, gehöre zur „Zielgruppe“ und feiere gerne. Damit habe ich wohl die Hauptkriterien erfüllt.
gc: Wie bist Du auf die VIII Gay Games Cologne aufmerksam geworden?
BB: Als sich vor vier Jahren die Kölner Bewerbung durchgesetzt hat, habe ich mich sehr gefreut. Schon damals habe ich mir vorgenommen, auf jeden Fall auch als Sportlerin dabei zu.
gc: War es für Dich klar, die VIII. Gay Games zu unterstützen, als Du davon hörtest?
GG: Ja, sofort. Dass ich nun die Gay Games als Botschafterin unterstützen darf, ist eine große Ehre. Um so etwas bewirbt man sich ja nicht, sondern man wird gefragt. Und ich freue mich, dass ich gefragt wurde.
gc: Was begeistert Dich an den VIII Gay Games bzw. an den Gay Games allgemein?
BB: Soweit ich weiß, gibt es kaum eine Sportveranstaltung, an der mehr Menschen aktiv teilnehmen. Bei den Gay Games geht es zwar um den sportlichen Wettkampf und die persönliche Leistung, aber eben auch um die vielfältige Gemeinschaft. Die Teilnehmer, mit denen ich gesprochen habe, wollen vor allem eine gute Zeit haben, egal ob sie eine Medaille mit nach Hause nehmen oder nicht. Vielleicht haben die Gay Games in der Hinsicht etwas behalten, was andere, große Sportveranstaltungen wie etwa die Olympischen Spiele längst verloren haben. Denn da geht es ja vorwiegend noch um Kampf, Sieg und Geld. Hier geht es um die Freude am Sport, ein Miteinander über Grenzen hinweg und um gesellschaftliche Anerkennung der Homosexuellen als gleichberechtigte Bürger.
gc: Treibst Du selbst regelmäßig Sport und/oder hast Du andere, interessante Hobbies?
BB: Ich habe mein Leben lang Sport getrieben. Früher Leichtathletik, Tennis und Basketball. Gelaufen bin ich immer schon, auch schon mal den Köln-Marathon. Seit zwei Jahren ist Golfen dazugekommen - ich bin ja schließlich auch schon über 50. Leider bin ich offensichtlich völlig talentfrei! Außerdem habe ich eine Schwäche für schnelle Autos und bin auch schon mal Amateur-Rennen gefahren.
gc: Nimmst Du an einer der Sport- oder Kulturveranstaltungen im Rahmen der VIII. Gay Games teil?
GG: Den Halbmarathon hatte ich schon fest im Blick, aber leider macht mir mein Knie zur Zeit große Probleme. Die Ausstellung „Visual Arts“ werde ich mir in jedem Fall ansehen. Und das Konzert des Rainbow Symphonieorchesters möchte ich nicht verpassen.
gc: In vielen Sportarten ist Homosexualität immer noch ein Tabuthema. Welche Erfahrungen hast Du selbst zum Umgang mit diesem Thema gesammelt?
BB: In einer Sendung des „Kölner Treff“ war der schwule Fußballer Marcus Urban mein Gast, der seinen Traum Profifußballer zu werden aufgegeben hat, um offen schwul leben zu können. Das finde ich zum einen bewundernswert, zum anderen ist es natürlich eine Katastrophe, dass in einem Land wie Deutschland so ein Handeln überhaupt nötig ist. Immerhin musste Marcus Urban für diese selbstverständliche Freiheit einen Lebenswunsch aufgeben. Da finde ich es auch nicht überraschend, dass so viele Sportler lieber ihre sexuelle Orientierung geheim halten - obwohl der Preis, den sie zahlen, sehr hoch ist.
gc: Was erwartest oder wünschst Du dir von den VIII. Gay Games?
BB: Ich denke, dass Köln seine Gastgeberrolle großartig erfüllen und seine Besucher mit offenen Armen empfangen wird. Köln ist eine tolerante und lebenslustige Stadt und das wird an jeder Ecke spürbar sein. Ich wünsche mir vor allem schönes Wetter und viele BesucherInnen aus Nah und Fern, egal ob lesbisch, schwul oder heterosexuell.
gc: Abschließend vielleicht noch ein guter Wunsch an TeilnehmerInnen, OrganisatorInnen, ZuschauerInnen und alle an den VIII Gay Games beteiligten Personen ?!
BB: Ich wünsche allen Organisatoren einen reibungslosen Ablauf und, wie auch allen TeilnehmerInnen und ZuschauerInnen, eine großartige Zeit, menschlich, sportlich, kölsch! Wir werden sicherlich eine Woche erleben, die wir so schnell nicht vergessen werden.

