Yvonne de Bark:
Die Schauspielerin und Autorin lebt mit ihren beiden Kindern in Rösrath. Sie besuchte die Schauspielschule und erhielt Rollen in mehreren Kinoproduktionen. Zudem spielte sie in folgenden Serien: Marienhof, Alarm für Cobra 11, Im Namen des Gesetzes, Hallo Robbie, Der Fahnder und Unter uns. Im Februar 2008 veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel „Mama-Trost-Buch – Auch andere Mütter erziehen Monster“.
games cologne: Warum engagierst Du dich als Botschafterin bei den VIII. Gay Games Cologne 2010?
Yvonne de Bark: Gegenfrage: Warum nicht? (lacht). Also... Erstens komme ich aus dem Sport, das heißt, ich habe dazu eine große Affinität… und zweitens sehe ich nicht ein, dass es irgendwelche Gründe dafür gibt, das nicht zu tun. Gerade weil ich heterosexuell bin; damit möchte ich ein Zeichen setzen. Das muss einfach so sein, es kann ja nicht sein, dass es die Gay Games gibt, die wirklich nur die Homosexuellen betreffen, das ist ja für alle ein Event.
gc: Wie bist Du auf die VIII. Gay Games Cologne aufmerksam geworden?
YdB: Ich wurde angesprochen von einer Freundin, ob ich Lust hätte, das zu machen und ob ich das kenne. Ich habe so viele Freunde in meiner Branche, da gibt es viele Schwule und Lesben. Und dann hab ich auch nicht verstanden, was überhaupt das Problem sein soll, Diskriminerung usw… Da hab ich gesagt: Klar mach ich mit, logisch!
gc: Was begeistert Dich an den VIII. Gay Games bzw. an den Gay Games allgemein?
YdB: Die Masse. Dass wirklich wahrscheinlich mehr kommen werden als zu den Olympischen Spielen. Und dass so viele Ambitionen dahinter stecken, der Spaß, die Lust darauf, das interessiert mich. Das Zusammenwirken, das Dabeisein finde ich wirklich toll.
gc: Nimmst Du an einer der Sport- oder Kulturveranstaltungen im Rahmen der VIII. Gay Games teil?
YdB: Ich trainiere gerade Laufen und gucke mal, ob ich den Halbmarathon mitmache. Ich werde zwar nicht vorne dabei sein, aber durchhalten werde ich auf jeden Fall. Ich hoffe, dass ich da keine anderen Verpflichtungen habe, also irgendwas moderiere für die Gay Games etc. Aber die Woche habe ich mir auf jeden Fall freigehalten.
gc: In vielen Sportarten ist Homosexualität immer noch ein Tabuthema. Welche Erfahrungen hast Du selbst zum Umgang mit diesem Thema gesammelt?
YdB: Als ich wusste, dass ich Botschafterin sein werde, habe ich mich dann natürlich so ein bisschen umgehört und hatte es gar nicht so verstanden oder so empfunden, dass das so ein Problem ist. Und Gott sei Dank wurde das jetzt auch mal in der Presse breitgetreten. Da war auch jemand, der sagte: "Schwule im Fußball? Das geht ja gar nicht." Und da denke ich nur: "Was, wieso nicht?" Das kann ja nicht sein, dass man den Leuten, die Fußball spielen wollen, einen Mangel an Intellektualität abspricht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Wieso soll jemand, der gut boxen kann, das nicht machen dürfen? Wieso soll das ein männlicher Sport sein? Also einer, der nur Heteros duldet? Das verstehe ich nicht! Sport ist Sport!
gc: Was erwartest oder wünschst Du dir von den VIII. Gay Games?
YdB: Viel Spaß, viel Freude! Und große Akzeptanz. Als ich mobilisieren wollte, mal mit Freunden zum ChristopherStreetDay zu gehen, da kam die Frage auf, was sollen wir da, da sind ja nur Verrückte. Es ist Spaß, es ist Freude! Es ist doch nix dabei! Bei den Gay Games ist ja jetzt nicht nur Spaß und Freude, sondern da steckt ja wirklich was dahinter, da nehmen ja auch Leute teil, die richtig trainiert haben und einfach zeigen wollen, was sie drauf haben. Und das finde ich toll! Im Sportlichen erwarte also ich einiges. Durch die Spiele dann auch eine größere Akzeptanz durch Leistung.
gc: Abschließend vielleicht noch ein guter Wunsch an TeilnehmerInnen, OrganisatorInnen, ZuschauerInnen und alle an den VIII. Gay Games beteiligten Personen?!
YdB: Schönes Wetter! Das ist wirklich wichtig, es wäre schade, wenn die Gay Games verregnen würden.
