Ulrike Folkerts:
Die Schauspielerin wurde bekannt durch ihre Rolle als Tatort-Kommissarin Lena Odenthal. Folkerts spielt darüber hinaus Theater und war 2005 und 2006 bei den Salzburger Festspielen als erste Frau im „Jedermann“ in der Rolle des Tods zu sehen. Sie spricht ebenfalls Hörbücher und erhielt 1999 eine Auszeichnung als Vorleserin des Romans „Und dahinter das Meer“. Als Hobby-Schwimmerin hat sie bereits an den Gay Games in New York und Sydney teilgenommen.
games cologne: Warum engagierst Du dich als Botschafterin bei den VIII. Gay Games Cologne 2010?
Ulrike Folkerts: Die Gay Games habe ich selbst als sehr wichtige und stärkende Zeit erlebt, die mir das Gefühl gegeben hat, wir Homosexuellen sind viele, überall auf der Welt. Der Sport schafft eine geniale Verbindung und unterstützt das Selbstbewusstsein Einzelner. Wir können uns hier begegnen, Wettkämpfe austragen und Partys miteinander feiern – ein wunderbarer, internationaler und kultureller Austausch.
gc: Treibst Du selbst regelmäßig Sport und/oder hast Du andere interessante Hobbys?
UF: Ich bin mit Sport groß geworden, heißt, dank meiner Mutter war ich jahrelang in einem Schwimmverein und bin damals schon in Europa für Wettkämpfe herumgereist und mochte die Atmosphäre sehr. Das Größte waren immer: Staffel schwimmen, vier Frauen gehen an den Start - gemeinsam waren wir sehr gut.
Sport gehört seither zu meinem Leben dazu, nicht mehr mit extremen Trainingseinheiten, sondern eher nach dem Lust und Spaßprinzip. Ich bin froh, diesen Ausgleich durch Sport zu haben, z.B. in meinem Beruf als Schauspielerin.
gc: In vielen Sportarten ist Homosexualität immer noch ein Tabuthema. Welche Erfahrungen hast Du selbst zum Umgang mit diesem Thema gesammelt?
UF: Mir erscheint, die wichtigste Erkenntnis dazu ist die, dass mein gesamtes Umfeld, egal in welchem Bereich, am leichtesten und selbstverständlichsten mit mir und meiner Sexualität umgehen konnte, wenn meine eigene Einstellung dazu klar und unbekümmert war – und das gilt immer noch!
gc: Was erwartest oder wünschst Du dir von den VIII. Gay Games?
UF: Eine wunderbare, intensive Zeit für Sportler und Sportlerinnen, Helferinnen und Helfer, für die ganze Stadt Köln bei einem Weltereignis dabei zu sein. Für einige Lesben und Schwule auf diesem Globus ist Homosexualität in ihrer Heimat noch lange keine Selbstverständlichkeit. Gerade ihnen wünsche ich eine tolle Zeit und Unterstützung, vielleicht auch finanziell, damit sie bei den Gay Games dabei sein können und mit der Erfahrung des großen Gemeinschaftsgefühls Stärke und Stolz erleben.

