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130 AthletInnen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren
130 AthletInnen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren hatten sich für die unterschiedlichen Disziplinen des Kampfsports angemeldet. Die Medaillen wurden vergeben nach Altersgruppen und Graden zwischen weißem und schwarzem Gürtel. Aber viel wichtiger war es für die TeilnehmerInnen, miteinander Spaß zu haben.
Der Teilnehmer mit dem höchsten Grad ist der im schottischen Glasgow geborene Ken Craig (47), der seit 1989 in San Francisco lebt, und seiner Leidenschaft für die asiatischen Kampfsportarten seit 30 Jahren frönt. Im Taekwondo hat der mehrmalige Teilnehmer der Gay Games und Out Games inzwischen den achten Dan, beim Aikido sogar den neunten Dan erreicht. Bei den VIII. Gay Games Cologne 2010 fungiert er mehr als Schiedsrichter und Trainer denn als aktiver Teilnehmer. Besonders rührend kümmert er sich um seine Jungs aus seinem 1998 gegründeten Sport-Studio. Der Mord an dem schwulen Studenten Matthew Shepard der University of Wyoming, der in ganz Amerika für Aufregung und Anteilnahme sorgte (mehrere Popsongs, unter anderen von Elton John, und zwei Filme wurden über Matthew veröffentlicht), veranlasste ihn zur Gründung seines Studios, um schwulen Männern nicht nur mehr Selbstvertrauen zu geben, sondern auch die Möglichkeit sich durch den Kampfsport gegen homophobe Angriffe verteidigen zu können: “ Ein so perfides Verbrechen, wie es an Matthew Shepard begangen wurde, darf es einfach nicht mehr geben!“
Nach Köln hat Ken acht seiner Schüler mitgebracht, von denen einer die Reise durch eine Fund-Raising-Aktion finanziert bekam. Sie starten in den unterschiedlichsten Graden. Ihr Trainer Ken hat ihnen nahegelegt, nicht an Medaillen zu denken, sondern Spaß zu haben und die Erfahrung, dabei zu sein, genießen. Sollte doch eine Medaille gewonnen werden, sei das ein besonderes, zusätzliches Geschenk. An der Veranstaltung in Köln gefällt ihm besonders, dass alle Wettbewerbe so nahe beieinander sind, und man daher auch andere Sportarten sehen könne. Auch freut er sich darauf, alte Bekannte von den Gay Games 2006 in Chicago und den Kopenhagener Out Games wieder zu sehen. Besonders wichtig war es Ken zu erwähnen, welche besondere Bedeutung Tom Waddell und die Bewegung der Gay Games für ihn haben: „Es ist so wichtig, aus der Isolation herauszukommen, zu sehen, dass es so viele andere lesbische und schwule SportlerInnen gibt, mit denen man sportliche Interessen und Erfahrungen teilen kann.“
Mehr Fotos unter: http://www.qubesport.net/photos
Erstellt am 3. August 2010 - 17:05