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95 TeilnehmerInnen aus 10 Ländern beteiligen sich.
Seid umschlungen Millionen
95 TeilnehmerInnen aus 10 Ländern beteiligen sich in der kleinen Arena, der Trainingshalle der Kölner Haie, im Kampf um die Medaillen beim Eiskunstlauf. Sie sind zwischen 18 und 60 Jahre alt und treten im Einzel, Paarlauf und Eistanz an; es gibt aber auch Improvisation, Gruppen-Nummern (Production Team) und Pflichttänze in ca. 90 Wettbewerben. Das bedeutet einen wahren Medaillen-Regen!
Der Organisator der Eiskunstlaufwettbewerbe, Philipp Carouge aus Köln, der selbst seit seinem 6. Lebensjahr auf dem Eis steht, hat alle Hände voll zu tun. Große Herausforderungen verändern ständig den Ablaufplan. Die Wünsche aller LäuferInnen sind zu berücksichtigen und es gibt immer wieder Nachmeldungen für einzelne Wettbewerbe. Philipp, der nun zum dritten Mal bei den Gay Games dabei ist, muss sich dann noch auf seine eigenen Läufe konzentrieren. Das TeilnehmerInnenfeld hat ein überraschend hohes Niveau und es wird einiges fürs Auge geboten. Eine Besonderheit der Gay Games, was sonst in internationalen Wettbewerben nicht zu sehen ist: Paarlauf von zwei Männern oder Frauen. Ein ästhetischer Genuss, der überhaupt nicht peinlich wirkt.
Das Nesthäkchen im Teilnehmerfeld ist die 18-jährige Marie Behle aus Köln, die in ihrer Disziplin sogar schon zwei Medaillen (Silber und Bronze) gewinnen konnte. Sie ist Mitglied in einem schwul-lesbischen Verein, was in ihrem Bekannten- und Freundeskreis gar nicht so einfach zu kommunizieren war, denn das hübsche Mädchen ist – wie eine ganze Reihe von Teilnehmern bei den Gay Games – nicht lesbisch. Sie lacht, denn ihr und ihrer Mutter, die sie begleitet, ist das völlig egal. Sie schätzt die große Akzeptanz innerhalb des Vereins. Die Kölner Gay Games findet sie toll. Schon der Einlauf bei der Eröffnungsfeier war ein ganz besonderes Erlebnis für sie. Und im Wettbewerb hat sie die Erfahrung gemacht, dass egal ob sportliche Spitzenleistungen dargeboten werden oder nur Mittelmass, das Publikum unglaublich herzlich auf jede/n LäuferIn reagiert. Mit den KollegInnen kommt man sehr schnell ins Gespräch und alle sind sehr aufgeschlossen.
In der Halle herrscht riesige Stimmung. Einer der Teilnehmer im Wettbewerb der Männer hat sich für seine Darbietung einen Musiktitel von Ludwig van Beethoven aus dessen neunter Symphonie ausgesucht: „Seid umschlungen, Millionen“. Das Gefühl schwappt rüber übers Eis bis in die Ränge des Publikums. Irgendwie bekommt man das Bedürfnis, seine/n SitznachbarIn vor lauter Freude über diese grandiosen VIII. Gay Games Cologne 2010 zu umarmen.
Am heutigen Donnerstag werden die Eiskunstlaufwettbewerbe traditionell mit dem Schaulaufen der Besten abgeschlossen. Dies ist die einzige Veranstaltung, für die Eintritt bezahlt werden muss. Aber leider ist die Veranstaltung schon seit Tagen restlos ausverkauft.
© Hebel
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Erstellt am 5. August 2010 - 14:55